Premiere   11.02.2002 16:24

"Ramper": Rarität im Chambinzky

würzburg (maz) Einen vergesse-
nen Würzburger Schriftsteller bringt
das Theater Chambinzky auf die
Bühne zurück. Der Jude Max Mohr
(1891 bis 1937) floh 1934 ins Exil
nach Shanghai. Sein umfangreiches
Werk - Theaterstücke, Hörspiele
und Romane - geriet in Vergessen-
heit.

Mohrs bekanntestes Stück ist das
1925 uraufgeführte "Ramper". Pre-
miere im Chambinzky ist am Don-
nerstag um 20 Uhr. Regisseur Rein-
hard Mahlberg hat den Text auf 90
Minuten "kräftig eingedampft", den
expressionistischen Grundtenor
aber erhalten. Grotesk überzeichnet
zeigt Mohr seinen Titelhelden, den
im Eis gestrandeten Flieger "Ram-
per". Nach vielen Jahren des Allein-
seins wird er gefunden und gerät in
die Zwänge der Zivilisation. Er lan-
det als "Tiermensch" beim Varieté,
wird psychiatrisch behandelt und
"geheilt": Ein Mann auf der Suche
nach dem eigenen Selbst, dem die
Rückkehr ins Eis genauso unmög-
lich ist wie der Weg in die Gesell-
schaft. Die Titelrolle spielt mit Rai-
ner Appel, den man nicht nur vom
Mainfranken Theater kennt.

Karten (09 31) 5 12 62.