10.02.2003 16:47
"Gretchen 89 ff" - ein Theaterkaba-
rett mit Nebenwirkungen. Es kann
nämlich bewirken, dass Zuschauer
bei einer "normalen Faust-Inszenie-
rung" angesichts des Gretchens ein
Lachen nicht unterdrücken können
und damit die Vorstellung stören.
So jedenfalls wirbt das Würzburger
Theater Chambinzky (Valentin-
Becker-Straße 2) für seine neue Pro-
duktion. Lutz Hübners Stück ist
eine skurrile Parodie des heutigen
Theaterbetriebes. Und darum geht
es: Auf einer Bühne mit spärlichen
Requisiten wird eine Probe für die
erste Soloszene des "Gretchen" ab-
gehalten. Hier tummeln sich ver-
schiedene Provinzregisseure und
Gretchen-Darstellerinnen. Die ver-
krampfte Anfängerin ebenso wie die
zickige Diva; der Modernisierer wie
der radikale Regisseur, der aus dem
ganzen Stück zwei Sätze machen
würde. Die verschiedensten Thea-
tertypen sind dabei mit all ihren
Macken und Wehwechen zu er-
leben. Regisseurin Gwendolyn von
Ambesser versichert übrigens, dass
auch jene über "Gretchen 89 ff"
lachen können, die Goethes "Faust"
nicht kennen. Aber: gibt's so jeman-
den überhaupt? Wenn ja: schnell
lesen. Lohnt sich!