Das Schönste vom Leben: Schulstreiche 29.11.2002 17:11
Würzburg (Däsi) Ganz offensichtlich spricht das Stück für sich: Noch vor dem offiziellen Start am Freitag waren bereits alle Vorstellungen der Kultkomödie "Die Feuerzangenbowle" nach Heinrich Spoerl ausverkauft: Gezeigt wird heile Schulwelt von einst.Diesmal stand Rainer Binz, künstlerischer Leiter des Theater Chambinzky, wegen "des Alters" nicht mehr selbst als Dr. Johannes Pfeiffer auf der Bühne wie 1988, sondern zeichnete für die Inszenierung verantwortlich. In die Hauptrolle des jungen Schriftstellers, der versäumte Schulstreiche nachholen will, schlupft Bodo Koch: anpassungsfähig, freundlich, offen - nie überdreht, nie bösartig. Einer, der sich zunächst an die neue Gemeinschaft herantastet, und sich schon bald darin wohl fühlt. Die Oberprimaner - wie Pfeiffer beim Weggang feststellt "unheimlich liebe Kerle" - machen ihm das Leben leicht und den Neuen zum Helden ihrer unschuldigen Lausbubenstücke. Durch sein lebhaftes Mienenspiel besticht vor allem Moritz Hagemeyer in der Rolle des Schülers Melworm.
Köstlich präsentiert sich die Lehrerriege: von autoritär, in Krisensituationen unterstützungsbedürftig (Helmut Mahsberg als Schuldirektor) über gemütlich ("Bömmel" Kurt Egreder) bis zum eher geduldeten Professor Crey mit der (fast) unnachahmlichen Aussprache (Norbert Straub) und natürlich der von allen verehrten Musikreferendarin Eva Knauer (Charlotte Emigholz).
Ein unschuldiger Bühnenspaß, bei dem die Schauspieler die im Hinterkopf präsente Rühmann-Verfilmung glatt vergessen machen.

Foto: FOTO STEFAN POMPETZKI